Wie alles begann!

Am 15. Februar 1858 setzte Bürgermeister Severin Schäfer seine Unterschrift unter einen Pachtvertrag mit Oskar Eduard Bénazet über das bereits als Fasanenjagd von Baden-Baden genutzte Gelände „In der Bey“ und „Im Waichen“ für die Erstellung einer Pferderennbahn. Nachdem für 300.000 Francs eine von allen Seiten gelobte Rennbahn aus dem Boden gestampft worden war, hieß am 5. September 1858 kurz nach zwei Uhr die erste Siegerin „Amazone“. Seither ist Iffezheim durch den Galopprennsport über die Landesgrenzen hinaus bekannt.

Das erste Meeting in Iffezheim
Zum ersten viertägigen Eröffnung-Meeting  herrschte Massenandrang. Dies belegt ein Kurzbericht eines Chronisten: „Das war ein heilloses Spektakel. Der Bahnwärter bei dem Straßenübergang in Oos zählte 548 Droschken ohne die anderen, die von Rastatt oder Land aufwärts von Straßburg kamen. Dazu die unzähligen Bauern­wagen. Es war ein noch nie dagewesenes großartiges Schauspiel“.
Das erste Rennen in der Geschichte der Rennbahn Iffez­heim war der „Preis vom Schloß Favorite“ über 2.000 Meter. Mit vier Rennen begann dieses erste Meeting am Sonntag, 5. Sep­tember 1858. Die Fortsetzung fand am Mittwoch, 8. September mit sechs Prüfungen statt. Den Schluss bildete der Sonntag, 12. September mit fünf Rennen. Der mit 14.000 Frcs. dotierte „Große Preis von Baden“ war das herausragende Ereignis, in dem acht Pferde an den Start kamen. Als einziges deutsches Pferd nahm der vierjährige Verzug des Grafen Wilamowitz- Möllendorff an diesem ersten Grand Prix teil, doch gegen die sieben Franzosen hatte er keine Chance und belegte den letzten Platz. Die dreijährige Stute La Maladetta, im Besitz von A. Lupin, konnte sich als erster Sieger in das Geschichtsbuch dieses Rennens eintragen.

Der Internationale Club (1872 – 2008)
Am 31. Oktober 1872 musste das Baden-Badener Casino seine Pforten schließen und damit endete die Ära des Haupt­sponsors der Baden-Badener Turfereignisse. Fedor Andre war es, der Chefredakteur des „Sporn“ (dem Vorläufer der heutigen „Sportwelt“), der die Initiative ergriff. Ihm gelang es eine Aktiengesellschaft zu gründen, die im September 1872 die Geldmittel zum An­kauf des ehemals Rothschildsehen Anwesens in der Lichtentaler Allee und die Renn­preise für das erste Jahr aufzubringen, die einem noch zu gründenden Verein zur Verfügung gestellt werden sollten. Am 26. November 1872 wurde der Internationale Club aus der Taufe gehoben. Die Gründer waren Fürst Carl Egon zu Fürstenberg, Landgraf Heinrich von Hessen, der Herzog von Hamilton und Brandon, Fürst Hugo Hohenlohe-Oehringen, Fürst Nicolaus Gagarin, Fürst Menschikoff, Graf Hugo Henckel von Donnersmark und Graf Nicolaus Esterhazy. Ein illustrer, internationaler Kreis, der die Basis für die weitere Existenz der Rennen in Iffezheim schuf, denn diesem Club mit seinen Räumlichkeiten in der Lichtentaler Allee war es möglich, weiterhin die internationale Gästeschar nach Baden-Baden zu locken, die hier im privaten Rahmen ihrer Spielleidenschaft nachgehen konnte.

Badenracing (2010 – 2020)
Nach der Insolvenz des langjährigen Betreibers „Internationaler Club e.V.“ übernahm im Jahr 2010 Badenracing die Durchführung der Rennen in Iffezheim und führte im August 2010 erstmals die „Große Woche“ und im Oktober das „Sales & Racing Festival“ erfolgreich durch. 2011 gab es dann die erste volle Saison mit drei Meetings unter der neuen Führung.

Baden Galopp GmbH & Co. KG (ab 01.04.2021)

Nach dem Rückzug von Badenracing und Kündigung des Pachtvertrages zum 31. Dezember 2020 erfolgte zum 1. April 2021 mit der Übernahme der Galopprennen durch „Baden Galopp GmbH & Co. KG“ mit Peter Gaul und dem Geschäftsführer Stephan Buchner ein weiterer Neustart der Internationalen Galopprennen in Iffezheim. Das Debüt erfolgt mit der „Großen Woche“ am 29. August 2021.

https://www.badengalopp.de/


Quelle: 150 Jahre Rennbahn Iffezheim von Karl Reinbothe